"Werte Herrin,Ihr beschämt mich zutiefst!" MiBo strahlte und verneigte sich vor seiner Shogunai und seine gute Laune stieg in ungeahnte Höhen.
"Meine Eltern brachten mich als kleinen Jungen in ein Kloster,da sie sich für mich eine bessere Zukunft erhofften,als das Leben ihnen als einfache Leute beschert hatte.Ich half dort in der Küche aus und konnte so einige wundervolle Rezepte erlernen.Vor allem das eine habe ich dort gelernt: Die Kostlichkeit einer Speise hängt nicht von ihrer Exklusivität und Besonderheit ab,sondern von der Demut und dem Hingabe,mit der sie zubereitet worden ist.Aus einer einfachen Reissuppe kann mit dem richtigen Wissen um die Wirkung von Kräutern und Gewürzen ein wunderbares Mahl entstehen.Auch als ich mich den Kampfkünsten widmete,blieb ich immer noch ein gelehrsamer Lehrling des Klostervorstehers,der selbst mit 87 Jahren es sich nicht nehmen ließ,die Mahlzeiten selbst zu kochen.Es war eine wunderbare Zeit!°,sprach der junge Krieger und nippte sinnierend an seiner Sake.Bilder der Erinnerung strömten auf ihn ein und Trauer war plötzlich in seinen Augen zu sehen.
"Wer weiß,was aus mir geworden wäre,hätten die Feinde des Kaisers mit ihren neumodischen Waffen nicht das Kloster zerstört!Ich war auf der Suche nach Kräutern in einem entlegenem Winkel des Landes,als das Kloster angegriffen worden ist.Angeblich hätten wir Aufständische unterstützt,obwohl nie ein Unterschied gemacht wurde,wer an den Toren um Hilfe gebeten hat,ob kaisertreu oder nicht!"
Verbittert ließ er den Becher auf den Tisch krachen und schaute seine Herrin mit einem schon fast verzweifelten Blick an.
"So wurde ich zum Samurai und kämpfte fortan für die Interessen des Kaisers,damit das neue Übel nicht noch weiter unser schönes Land vergifte.Lange irrte ich umher,allein und verloren.Doch dann habt Ihr mich aufgenommen und mir wieder ein Zuhause gegeben,einen Ort wo ich hingehöre und für den ich sogar mein Leben lassen würde! Ich würde mich mit Freude in jedes Schwert stürzen,daß auf Euch gerichtet ist und das nicht aus reiner Loyalität diesem Hause gegenüber,sondern aus einer tiefen Verbundenheit heraus."
MiBo schluckte,als ihm bewußt wurde,was er da soeben gesagt hatte.In seinem Schmerz über die Vergangenheit waren Worte über seine Lippen gekommen,die er sonst nie gesprochen hätte! Was musste seine Shogunai jetzt von ihm denken? In seiner Verlegenheit stand MiBo von der Tafel auf und wandte sich im Gehen an seine überrascht blickende Herrin.
"Verzeiht mir bitte diesen stürmischen Ausbruch.Genießt dieses Mahl,es ist etwas Besonderes,genauso wie der Geist der Rurouni,der durch diese Hallen schwebt und die Herrin,die über all uns wacht."
Er verbeugte sich tief und lief aus dem Clansaal. Draußen traf er noch seinen liebgewonnenen Freund Darkhanniball,der mit Pergamenten über die Heilkunst beladen durch die Eingangshalle stolperte.
"Mein lieber Freund,ich habe etwas wohlschmeckendes zubereitet! Geht in den Saal und lasst es Euch schmecken und studiert danach Eure Schriften,tut mir den Gefallen."
Darkhanniball,sichtlich verwundert nickte nur,denn auch ihm knurrte bereits der Magen,erst recht seitdem dieser köstliche Duft durch das Haus schwebte.
MiBo hingegen wandte sich zum Ausgang und ging in Richtung der Ställe,wo er seinen Daimyo traf,der sein prachtvolles Pferd bestiegen hatte und sich wieder im Reiten übte.
"Ah, der junge Krieger! Ich hörte bereits von einem ungewöhnlichen Duft in unseren Hallen und auch,daß Ihr dafür verantwortlich seid! Ich werde mich gleich in den Saal begeben,um zu sehen,ob die Speisen die Erwartungen erfüllt,die dieser Duft erweckt.",sprach gangxta4life mit einem Grinsen und stieg vom Pferd.
"Verzeiht,edler Daimyo,aber mich drängt es nach Draußen.",antwortete MiBo knapp und griff nach seiner leichten Rüstung,die ihm ein Bediensteter schwer atmend hinterhergetragen hatte.Mit ein paar Handgriffen war sie angelegt,sein Schwert gegürtet und der Bogen am Sattel seines mittlerweile bereitgestellten Pferdes befestigt."Ich werde etwas jagen gehen,mein Herr und vielleicht vor dem Abend zurückkehren,um ein neues Mahl für Euch zuzubereiten."
Mit diesen Worten wandte sich MiBo ab und ritt im Gallopp durch das Tor...
Verlasse dich weder auf die Hilfe von anderen noch auf deine eigene Kraft;
verscheuche die Gedanken an die Vergangenheit oder an die Zukunft und lege die Alltagssorgen ab
… dann liegt der große Weg direkt vor dir.
